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Freitag, 31. Oktober 2008

Andrea Ypsilanti am 2. Dezember 2008 beim 13. Mainzer Mediendisput im SWR- Mainz

Nach ihrem überraschenden Erfolg bei der Landtagswahl im Januar 2008
avancierte die bis dahin überregional kaum bekannte SPD-Politikerin
Andrea Ypsilanti über Nacht bundesweit zur Hoffnungsträgerin der
Sozialdemokraten. In einer rasanten Aufholjagd hatte sie zu dem als
kaum schlagbar geltenden CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch aufge-
schlossen.
Aber die Euphorie der SPD währte nicht lange. Nachdem die FDP sich
einer Ampelkoalition mit Sozialdemokraten und Grünen verweigerte und
Andrea Ypsilanti deshalb für eine von den Linken tolerierte rot-grüne
Minderheitsregierung plädierte, brach ein Entrüstungssturm los. In den
Medien wurde aus der strahlenden Beinahe-Wahlgewinnerin eine macht-
gierige, skrupellose Wortbrecherin auf dem Weg in die hessische Staats-
kanzlei.

Andrea Ypsilanti wird am 2. Dezember 2008 zum Auftakt des
13. Mainzer Mediendisputs zum Thema Medien und Politik im SWR-Landesfunkhaus
Rede und Antwort stehen. Die FR beschrieb das prekäre Verhältnis zwischen
der Sozialdemokratin und den Medien so: "Wenn man die Monate seit Kochs
Wahlschlappe Revue passieren lässt und sich nochmals die Medienerzeugnisse
dieser Republik ansieht, dann fällt vor allem eines ins Auge: die hohe
Aggression, mit der gekeult wird. Selten wurde so viel Schmutzwasser über einen
deutschen Politiker ausgekübelt."
Ypsilanti hat aus eigener Erfahrung das prekäre Verhältnis von Medien und
Politik erleben müssen.
Sind es machtgierige, Quoten-und auflagenorientierte Medienmacher, die sich
immer neue Opfer suchen, oder machtgeile Politiker, die mit der
journalistischen Meute anbändeln und und bei ihren
Funktionalisierungsversuchen scheitern ?
Bestimmt der Wähler noch die Politik oder eher ein Elitenkartell aus Medien
und Berufspolitikern ?
Schlimmer noch als Andrea Ypsilanti erging es in den letzten Monaten wohl nur
Kurt Beck. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse prangerte einen
"Rudeljournalismus...unter Anführung parteiischer Medien" am Werk. Und
Ludwig Stiegler, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion,
sekundierte, von den Hauptstadtjournalisten werde "eine unglaubliche Hetze
betrieben".

Macht und Medien: Wer hat wen im Griff? Darüber diskutieren
Tissy Bruns (Der Tagesspiegel),
Sabine Adler (Deutschlandradio Kultur), Uwe-Karsten Heye ("Vorwärts"-
Chefredakteur und ehemaliger Regierungssprecher) sowie Sozialexperte
Rudolf Dreßler. Moderiert wird die Auftaktveranstaltung von Dr.Thomas Leif,dem
SWR-Chefreporter und Vorsitzenden des Netzwerk Recherche.

Der Mainzer Mediendisput (MMD) findet seit 1996 jährlich statt und bringt
Journalisten, Politiker und Medienexperten zusammen. Von Beginn an bemüht
sich der Mainzer Mediendisput, die Trends zur Inszenierung von Politik, zur
Umkehr von wichtigen und unwichtigen Themen, zur Ausdehnung des Boulevards und
zur gnadenlosen Personalisierung aufzuspüren. Der MMD will aber auch für die
politische und gesellschaftliche Verantwortung der Medien werben und
ausloten, wie der öffentliche Auftrag, die Programmvielfalt und -qualität von
Fernsehen und Rundfunk gesichert werden kann.

Anmeldungen und Pressekontakt:
www.mainzermediendisput.de, Tel. 02634/96880

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